Name
Tamara Rose
Herkunft
Yei, Südsudan
Geflüchtet nach
Imvepi, Uganda
Tamara Rose musste aus ihrer Heimat im Südsudan fliehen. Im Flüchtlingslager in Uganda war die junge Frau auf sich allein gestellt – dachte sie. Dies ist ihre Geschichte.
Name
Tamara Rose
Herkunft
Yei, Südsudan
Geflüchtet nach
Imvepi, Uganda
Tamara Rose musste aus ihrer Heimat im Südsudan fliehen. Im Flüchtlingslager in Uganda war die junge Frau auf sich allein gestellt – dachte sie. Dies ist ihre Geschichte.

Lass uns unser Leben retten

Sie rannten, ließen alles hinter sich. Sie mussten fliehen. Vor dem Bürgerkrieg, vor der Gewalt. Tamara Rose und ihre Familie verließen im Juli 2016 ihre Heimatstadt Yei und machten sich zu Fuß auf den Weg ins Nachbarland Uganda. Sie liefen in die Wälder, wo sie Schutz vor bewaffneten Gruppen suchten.

Sie wurden trotzdem entdeckt. Es geschah, wovor Tamara Rose sich gefürchtet hatte: Bewaffnete Männer griffen sie und ihre Begleiter an. Alle Männer ihrer Gruppe wurden getötet, auch Tamara Roses Bruder und ihr Vater starben. Wenn sie von den beiden erzählt, stockt ihre Stimme.

Frauen und Kinder rannten während des Angriffs in den Wald. „Einige kleinere Kinder gingen verloren“, erinnert sich Tamara Rose. „Aber zum Glück fanden wir sie wieder.“ Der Schock, so plötzlich Bruder und Vater zu verlieren, war zu viel für Tamara Rose. Sie brach zusammen und konnte nur durch die Hilfe einiger älterer Frauen dazu bewegt werden, weiter zu fliehen. „Lass uns gehen – und unser Leben retten!“, sagten sie zu ihr. Und Tamara Rose lief weiter.

Gemeinsam setzten sie ihren Weg nach Keri fort. Ein Ort an der Grenze Ugandas, den Tamara Rose nicht kannte und an dem sie auf sich allein gestellt sein würde. Drei Tage kämpften sie sich durch das dichte Unterholz, dann erreichten sie endlich die rettende Grenze. „Ich hatte geschwollene Beine und war sehr geschwächt“, erinnert sich Tamara Rose an ihre Ankunft im Camp. „Doch dann waren da die Hilfsorganisationen, die uns behandelten. Sie gaben mir Spritzen und kümmerten sich um mich.“

Doch die Strapazen waren für Tamara Rose noch nicht vorbei. Niemand half ihr, ein Zelt aufzubauen. Allein musste sie die Löcher für die Zeltstangen ausheben. Sie grub unter Tränen. Bis ein Nachbar sie sah. Mit dem wenigen, dass sie hatten, bauten sie gemeinsam eine Unterkunft für Tamara Rose und ihre Kinder. „Das spendete meinem Herzen Trost“, erinnert sich Tamara Rose an ihren Helfer. „Es geht nicht darum, wie groß oder klein die Hilfe ist, solange du jemandem geholfen hast und der Mensch deine Hilfe spürt.“

Lass uns unser Leben retten

Sie rannten, ließen alles hinter sich. Sie mussten fliehen. Vor dem Bürgerkrieg, vor der Gewalt. Tamara Rose und ihre Familie verließen im Juli 2016 ihre Heimatstadt Yei und machten sich zu Fuß auf den Weg ins Nachbarland Uganda. Sie liefen in die Wälder, wo sie Schutz vor bewaffneten Gruppen suchten.

Sie wurden trotzdem entdeckt. Es geschah, wovor Tamara Rose sich gefürchtet hatte: Bewaffnete Männer griffen sie und ihre Begleiter an. Alle Männer ihrer Gruppe wurden getötet, auch Tamara Roses Bruder und ihr Vater starben. Wenn sie von den beiden erzählt, stockt ihre Stimme.

Frauen und Kinder rannten während des Angriffs in den Wald. „Einige kleinere Kinder gingen verloren“, erinnert sich Tamara Rose. „Aber zum Glück fanden wir sie wieder.“ Der Schock, so plötzlich Bruder und Vater zu verlieren, war zu viel für Tamara Rose. Sie brach zusammen und konnte nur durch die Hilfe einiger älterer Frauen dazu bewegt werden, weiter zu fliehen. „Lass uns gehen – und unser Leben retten!“, sagten sie zu ihr. Und Tamara Rose lief weiter.
Gemeinsam setzten sie ihren Weg nach Keri fort. Ein Ort an der Grenze Ugandas, den Tamara Rose nicht kannte und an dem sie auf sich allein gestellt sein würde. Drei Tage kämpften sie sich durch das dichte Unterholz, dann erreichten sie endlich die rettende Grenze. „Ich hatte geschwollene Beine und war sehr geschwächt“, erinnert sich Tamara Rose an ihre Ankunft im Camp. „Doch dann waren da die Hilfsorganisationen, die uns behandelten. Sie gaben mir Spritzen und kümmerten sich um mich.“

Doch die Strapazen waren für Tamara Rose noch nicht vorbei. Niemand half ihr, ein Zelt aufzubauen. Allein musste sie die Löcher für die Zeltstangen ausheben. Sie grub unter Tränen. Bis ein Nachbar sie sah. Mit dem wenigen, dass sie hatten, bauten sie gemeinsam eine Unterkunft für Tamara Rose und ihre Kinder. „Das spendete meinem Herzen Trost“, erinnert sich Tamara Rose an ihren Helfer. „Es geht nicht darum, wie groß oder klein die Hilfe ist, solange du jemandem geholfen hast und der Mensch deine Hilfe spürt.“

So lebt Tamara Rose in Uganda

Seit 2016 lebt Tamara Rose im Norden Ugandas. Inzwischen ist sie dort im Flüchtlingslager Imvepi untergebracht. Es ist eines von vier Camps in der Region, in denen Ärzte ohne Grenzen medizinische Hilfe leistet. Imvepi existiert seit Februar 2017. Dort wohnen vor allem Geflüchtete aus dem Südsudan.

In den Flüchtlingslagern Ugandas, wie auch in Imvepi, leben die meisten Menschen in Zelten oder behelfsmäßigen Unterkünften. Die Lager wurden jedoch ursprünglich nicht für so viele Menschen geplant, wie nun dort untergebracht sind. Das bedeutet, dass vor allem sanitäre Anlagen wie Latrinen oder Wasserstellen meist nicht ausreichen, und dass die Menschen auf wenig Raum eng zusammenleben.

Die Enge in den Lagern ist Ursache vieler lebensbedrohlicher Infektionskrankheiten: Cholera, Masern, Atemwegs- oder Hauterkrankungen übertragen sich dort leicht von einem Menschen zum nächsten.
Viele Geflüchtete aus dem Südsudan kommen in Uganda zunächst in Bidi Bidi unter, einem der größten Flüchtlingslager der Welt. © Frederic NOY/COSMOS

Davor fliehen die Menschen nach Uganda

Die meisten Menschen, die im Norden Ugandas in den Flüchtlingslagern Zuflucht suchen, stammen aus dem Südsudan. Sie fliehen oft zu Fuß über die südliche Grenze des Landes oder nehmen – aus Angst vor der Gewalt auf den Straßen im Süden des Landes – den Umweg über die Demokratische Republik Kongo.

Der Südsudan ist das jüngste Land der Erde – und wurde 2011 nach Jahren des Bürgerkrieges im Sudan mit viel Hoffnung auf Frieden gegründet. Dieser hielt jedoch nur zwei Jahre. Seit 2013 bekämpfen sich dort immer wieder bewaffneten Gruppen, die häufig auch Zivilisten angreifen. Geflüchtete berichten von ausgeplünderten und abgebrannten Dörfern, von Ermordungen, Vergewaltigungen und anderen Formen extremer Gewalt.

Uganda ist das größte Aufnahmeland für südsudanesische Flüchtlinge. Inzwischen leben dort mehr als 901.755 geflüchtete Südsudanesen. Darüber hinaus finden auch viele Menschen aus der Demokratischen Republik Kongo in Uganda Schutz. Insgesamt leben in dem Land laut dem UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR beinahe 1,5 Millionen Flüchtlinge. Zum Vergleich: Im Jahr 2017 beherbergte die gesamte Europäische Union 2,3 Millionen Flüchtlinge.

Wie Ärzte ohne Grenzen in Imvepi hilft

Imvepi ist eines von vier Flüchtlingslagern im ugandischen Distrikt Yumbe, in denen unsere Teams medizinische Hilfe anbieten. In Imvepi betreiben wir eine Klinik zur Behandlung von Überlebenden sexualisierter Gewalt. Ein mobiles Team pendelt zudem zwischen verschiedenen Camps, um an mehreren Orten psychosoziale Hilfe für oft schwer traumatisierte Patientinnen und Patienten anzubieten.

Außerdem unterstützen wir das Aufnahmezentrum des Lagers dabei, neu ankommende Geflüchtete gegen häufige Infektionskrankheiten zu impfen. Um weiteren Krankheiten vorzubeugen, errichteten unsere Teams rund 100 zusätzliche Latrinen und verteilten gechlortes Wasser. In Spitzenzeiten kann unser Logistikteam täglich bis zu zwei Millionen Liter Trinkwasser bereitstellen.

Ein von uns organisiertes, gemeindebasiertes Überwachungssystem für Gesundheit soll dafür sorgen, dass unsere Teams aufkommende Probleme wie sich schnell verbreitende Krankheiten rasch erkennen und reagieren können.

Zeit für Geschichten

Diese Menschen mussten aus ihren Heimatländern fliehen. Unterwegs haben sie Schlimmes erlebt – aber auch viel Menschlichkeit und Hilfe erfahren. Sieh dir noch mehr Geschichten an.

Tamara

Geflüchtet nach Imvepi, Uganda

Ahmad

Geflüchtet nach Moria, Griechenland

Moro

Geflüchtet nach Imvepi, Uganda

Mireille

Geflüchtet nach Moria, Griechenland

Moses

Geflüchtet nach Imvepi, Uganda